Ein kurzer Blick aufs Handy kann über Leben und Tod entscheiden. Ablenkung ist nach wie vor die häufigste Unfallursache im Straßenverkehr – mehr als 30 Verletzte täglich sind auf Ablenkung zurückzuführen. Smartphones spielen dabei eine zentrale Rolle. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, starten das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) die Kampagne „Die Kopflosen“ – u.a. mit Kino-Spots und einer Online-Kampagne.
Wien, 4. April 2025. Pro Stunde werden in Österreich durchschnittlich 120.330 Nachrichten aus fahrenden Autos geschrieben. Bei einer Ablenkung von etwa zwei Sekunden und einer konstanten Geschwindigkeit von 50 km/h werden pro Stunde rund 3.369 Kilometer „im Blindflug“ zurückgelegt – das entspricht etwa elfmal der Strecke zwischen Wien und Salzburg. Erhöht sich die Ablenkungsdauer auf fünf Sekunden, steigt die unkontrollierte Fahrstrecke auf 8.303 Kilometer. Aber nicht nur das Schreiben von Nachrichten, sondern auch Telefonieren, Musikhören oder das Überprüfen von sozialen Netzwerken zählen zu den beliebten Aktivitäten am Smartphone im Straßenverkehr. Neben Autofahrenden sind auch weitere Verkehrsteilnehmende betroffen: Rund 40 Prozent aller Radunfälle und 24 Prozent aller Unfälle der Fußgänger*innen wurden durch Ablenkung verursacht. Angesichts dieser Entwicklungen ist es kaum überraschend, dass Ablenkung in den letzten fünf Jahren für ein Drittel aller Verkehrsunfälle verantwortlich war. Rund 90 Menschen jährlich verunglücken sogar tödlich an den Folgen von Unfällen, die durch Unachtsamkeit verursacht wurden – damit zählt Ablenkung zur zweithäufigsten Ursache tödlicher Verkehrsunfälle.

Um diesem alarmierenden Trend entgegenzuwirken, starten das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) eine neue Kampagne. „Ziel ist es, insbesondere junge Auto-, Rad- und Scooter-Fahrende für die tödlichen Folgen von Ablenkung zu sensibilisieren. Mit der Kampagne ‚Die Kopflosen‘ möchten wir diesem Trend entgegenwirken,“ erklärt KFV-Direktor Mag. Christian Schimanofsky.
„Unsere AUVA-Unfallstatistik zeigt: Fast die Hälfte aller Verkehrsunfälle im Arbeitskontext betrifft Erwerbstätige unter 35 Jahren. In dieser Altersgruppe sind die Unfälle mit E-Scootern in den letzten Jahren angestiegen und Fahrradunfälle auf konstant hohem Niveau geblieben. Unabhängig vom jeweiligen Verkehrsmittel ist Ablenkung eine der Hauptunfallursachen. Wir freuen uns daher, mit dieser Kampagne bei der relevanten Zielgruppe das Bewusstsein für die Gefahr durch Ablenkung im Straßenverkehr – auch am Fahrrad und E-Scooter – zu schärfen. Damit leisten wir einen wertvollen Beitrag für mehr Sicherheit auf Wegen im Arbeitskontext“, erklärt Mag. (FH) Roland Pichler, Generaldirektor-Stv. der AUVA.

Auftakt in Wien – Bundesweite Tour durch alle Landeshauptstädte
Die Kampagne ist als eine bundesweite Roadshow konzipiert. Herzstück ist eine interaktive Straßenaktion, die mit mehreren Elementen auf das Thema aufmerksam macht:
• Drei prägnante Kurzfilme, die über die Website www.diekopflosen.at abrufbar sind, werden auf einem Videoscreen gezeigt.
• Promotoren verteilen Informationsflyer und Give-Aways an Passant*innen.
• Ein auffälliges Fahrrad mit einer kopflosen Puppe dient als Eye-Catcher und Symbol für die Risiken unaufmerksamer Verkehrsteilnahme.
In jeder Landeshauptstadt wird eine Aktion an einem zentralen, stark frequentierten Ort durchgeführt. Schüler*innen, Studierende sowie junge Verkehrsteilnehmende werden eingeladen, sich aktiv mit den Folgen der Handynutzung beim Fahren auseinanderzusetzen. Dazu zählen verzögerte Reaktionszeit, eingeschränkte Wahrnehmung, unkontrollierte Spurwechsel und erhöhte Herzfrequenz.
Tourstopps der „Kopflos“-Aktionen
Um die junge Zielgruppe effektiv zu erreichen, wurden für die Straßenaktionen stark frequentierte Orte ausgewählt, die sich teilweise in der Nähe von Universitäten befinden. Die Kampagne „Die Kopflosen“ macht an folgenden Standorten Halt:
• Wien: Landstraßer Hauptstraße 1a (Fußgängerzone bei Wien Mitte)
• Eisenstadt: Colmarplatz
• St. Pölten: Bahnhofsplatz / Kremsergasse
• Linz: Taubenmarkt / Passage Linz
• Salzburg: Unipark Nonntal
• Graz: Hauptbrücke
• Innsbruck: Maria-Theresien-Straße / Rennweg
• Klagenfurt: Wienergasse / Uni Klagenfurt
• Bregenz: Hafen (Die Welle)

Zusätzlich zu den Straßenaktionen werden in österreichischen Kinos drei Kino-Spots zum Thema Ablenkung – aus der Perspektive von Radfahrenden, Fußgänger*innen und Autofahrenden – als Werbespots gezeigt. Die Kampagne wird von einer breit angelegten Online-Social-Media-Kampagne begleitet, die über verschiedene Plattformen für Aufmerksamkeit sorgt.
Mit „Die Kopflosen“ setzen das KFV und die AUVA ein starkes Zeichen gegen Ablenkung im Straßenverkehr. Ziel ist es, junge Verkehrsteilnehmende für die oft unterschätzten Gefahren zu sensibilisieren und so aktiv zur Unfallprävention beizutragen.
Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter www.diekopflosen.at
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